Brutal ehrlich gesagt: Die meisten Webdesigner verschweigen ihre Preise. „Auf Anfrage", steht dann auf der Website. Das ist Bullshit. Du hast ein Recht zu wissen, was deine Website kosten wird, bevor du auch nur ein Erstgespräch buchst.
In diesem Artikel zerlege ich für dich vier Preisklassen — von der Wix-Visitenkarte für 0 € bis zum Konzern-Auftritt für 50.000 €. Ich sage dir, was du wirklich für dein Geld bekommst, wo Anbieter tricksen und welche Klasse zu welchem Business passt.
Klasse 1: 0 bis 500 € — Baukasten-Sites
Wenn du gerade erst startest und nichts ausgeben willst, sind Baukasten-Anbieter wie Wix oder Jimdo verlockend. Du klickst dir in einer Stunde eine Seite zusammen, hostest sie kostenlos und gut.
Was du wirklich bekommst:
- Eine Visitenkarte im Internet, mehr nicht
- Vorgefertigte Templates die hunderte andere Firmen auch nutzen
- Eingeschränkter SEO-Spielraum
- Du gehörst der Plattform: kein Export, kein eigenes Hosting, kein eigenes Backup
Versteckte Kosten: Sobald du eigene Domain willst → 12 €/Monat. E-Mail-Postfach? 5 €/Monat extra. Kein Plattform-Branding in der URL? Plan-Upgrade.
Für wen sinnvoll: Hobby-Künstler, Vereinsseiten, schnelle Visitenkarten für Freelancer.
Für wen nicht: Jeder, der die Website als ernsthaftes Marketing-Werkzeug nutzen will.
Klasse 2: 500 bis 2.500 € — Standard-Theme + Freelancer
Hier landest du bei den meisten Solo-Webdesignern und Mini-Agenturen. Du bekommst ein professionell aussehendes Theme aus dem Marktplatz, angepasst an deine Marke, mit deinen Texten und Bildern befüllt.
Was du wirklich bekommst:
- 5 bis 10 Unterseiten
- Handy-optimiert (sollte Standard sein — frag explizit nach!)
- Basis-SEO-Setup
- Ein Kontaktformular
- Manchmal: Termin-Tool oder simpler Blog
- Hosting-Empfehlung von deinem Webdesigner
Wo Anbieter tricksen: Sie nutzen ein 49-€-Theme, frisieren es minimal um, verkaufen es für 1.500 € als „individuelles Webdesign". Du erkennst das daran, dass dir keine eigenen Designvorschläge gezeigt werden, sondern nur Theme-Demo-Links.
Sinnvoll für: Solo-Selbstständige, Handwerker, Restaurants, Coaches, kleine Praxen.
Nicht sinnvoll für: E-Commerce, Buchungs-Systeme, individuelle Workflows.
Klasse 3: 2.500 bis 10.000 € — Maßgeschneidertes Webdesign
Jetzt wird es interessant. In dieser Preisklasse bekommst du ein wirklich individuelles Design, eigens für deine Marke konzipiert — keine Theme-Anpassung mehr, sondern Konzeption von null an.
Was du wirklich bekommst:
- Strategie-Beratung vor dem Design (Wer sind deine Kunden? Was sollen sie tun?)
- Wireframes, dann Designs als Mockups in Figma
- 10 bis 25 Unterseiten
- Eigene Funktionen: Buchungs-Tool, Kunden-Login, Mehrsprachigkeit, Shop-Integration
- Conversion-Optimierung (Lead-Funnels, A/B-Tests, Tracking-Setup)
- Performance-Tuning, sodass deine Seite in unter 2 Sekunden lädt
Was den Preisunterschied ausmacht: Es ist nicht das Design selbst — es ist die Zeit für Konzeption, Iteration und das Detail-Tuning, das aus einer „guten" Website eine verkaufende Website macht.
Sinnvoll für: Etablierte KMUs, B2B-Dienstleister, alle deren Website monatlich 5+ Aufträge bringen muss.
Klasse 4: 10.000 € und mehr — Konzern-Lösungen
In diese Liga gehst du als Solo-Selbstständiger oder KMU normalerweise nicht. Hier reden wir von Custom-CMS, eigenem Backend, Mehrsprachigkeit für 12 Länder, Schnittstellen zu SAP oder Salesforce.
Wer dich in dieser Preisklasse anspricht, ohne dass du eine eigene IT-Abteilung hast — Vorsicht. Du brauchst es vermutlich nicht.
Was kostet meine Website konkret?
Hier ein Realitäts-Check, basierend auf 8 Jahren Webdesign-Praxis:
| Was du brauchst | Realistischer Preis |
|---|---|
| Visitenkarten-Site, 1 Seite | 0–500 € |
| Klassische 5-Seiten-Site | 1.500–3.000 € |
| Branchen-Site mit Buchungstool | 3.000–6.000 € |
| Online-Shop mit 50–500 Produkten | 5.000–12.000 € |
| Komplett individuelle Lösung | 10.000–30.000 € |
Die 3 Fragen, die du jedem Webdesigner stellen solltest
- „Ist der Preis ein Festpreis oder Stundensatz?" Festpreise schützen dich vor bösen Überraschungen.
- „Was passiert nach dem Launch?" Frag nach Wartung, Updates, Erreichbarkeit bei Problemen. Eine Website ohne Wartung ist in 2 Jahren ein Sicherheitsrisiko.
- „Wem gehört die Seite nach dem Bezahlen?" Du willst die volle Kontrolle: alle Logins, alle Dateien, das Hosting auf deinem Konto.
Häufige Fragen
Warum sind die Preise für Websites so unterschiedlich?
Der größte Faktor ist die Konzeptions-Zeit. Eine Vorlage ausfüllen dauert 8 Stunden. Eine Website strategisch zu konzipieren, dauert 80–200 Stunden. Bei realistischem Stundensatz von 70–120 € sind 2.500–10.000 € die Folge.
Was sind monatliche Kosten nach dem Launch?
Hosting: 5–25 €/Monat. Domain: 1–5 €/Monat. Wartungsvertrag: 49–149 €/Monat (optional, sehr empfohlen).
Wie lange dauert der Bau einer Website?
Klasse 1: 1 Tag. Klasse 2: 1–4 Wochen. Klasse 3: 6–16 Wochen. Klasse 4: ab 4 Monate.
Und jetzt?
Wenn du gerade überlegst, eine Website bauen zu lassen — hol dir 2–3 Festpreis-Angebote. Vergleiche, was wirklich enthalten ist. Und stell die 3 Fragen oben.
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